25 Minuten lernen, 5 Pause? Oder 52 und 17? Oder lange 90-Minuten-Blöcke? Wer schon mal „beste Lernmethode“ gegoogelt hat, ist allen dreien begegnet. Hier erfährst du, was hinter jeder steckt, woher sie kommt, wie gut die Belege wirklich sind und wie du die findest, die zu dir passt.

Die kurze Antwort
- 25/5, wenn dir das Anfangen schwerfällt, du dich leicht ablenken lässt oder ein Fach lernst, das du nicht magst.
- 52/17, wenn du etwas mehr Tiefe willst, aber trotzdem echte Pausen.
- 90/20, wenn du leicht in den Flow kommst und lange ungestörte Zeit hast (Schreiben, Projekte, Programmieren).
Über drei Stunden ist der Unterschied in reiner Fokuszeit klein: etwa 140, 146 und 160 Minuten. Wichtiger ist, welchen Rhythmus du wirklich durchhältst.
1. 25/5: kurze Sprints
Der klassische 25-Minuten-Block stammt aus der Pomodoro-Technik®, die Francesco Cirillo Ende der 1980er mit einem tomatenförmigen Küchenwecker entwickelt hat. Du arbeitest 25 Minuten an einer Aufgabe, machst 5 Minuten Pause und nach vier Runden eine längere Pause von 15 bis 30 Minuten. (Hier ist die ganze Geschichte.)
Gut für: das Anfangen, Wiederholen, Hausaufgaben, ungeliebte Fächer, Tage mit wenig Energie.
Weniger gut für: Aufgaben, bei denen du 15 Minuten zum Warmwerden brauchst, etwa einen Aufsatz.
2. 52/17: der „Bürodaten“-Rhythmus
2014 hat die Zeiterfassungsfirma DeskTime ihre produktivsten Nutzer:innen ausgewertet: Sie arbeiteten etwa 52 Minuten und machten dann etwa 17 Minuten Pause. Daraus wurde eine berühmte Regel. Lustige Wendung: Als DeskTime die Analyse 2021 wiederholte, lag der Rhythmus der Top-Nutzer:innen bei etwa 112 Minuten Arbeit und 26 Minuten Pause.
Ehrlicher Hinweis: Das sind Daten von Büroangestellten einer einzigen App, keine Studie mit Schüler:innen oder Studierenden, und sie zeigen ein Muster, keine Ursache. Trotzdem ein guter Mittelweg.
Gut für: Lesen, Übungsaufgaben, längere Aufgaben.
Weniger gut für: sehr müde Tage, oder wenn aus 17 Minuten Pause eine Stunde Scrollen wird.
3. 90/20: Deep-Work-Blöcke
Die 90-Minuten-Idee geht auf den Schlafforscher Nathan Kleitman zurück, der etwa 90-minütige Zyklen im Schlaf beschrieb und einen ähnlichen „Ruhe-Aktivitäts-Rhythmus“ auch am Tag vermutete. Bekannt wurde sie durch Forschung zu Spitzenleistungen: In einer bekannten Studie von Anders Ericsson übten Top-Geiger:innen in Einheiten von bis zu etwa 90 Minuten, mit Pausen dazwischen.
Ehrlicher Hinweis: Die Belege für einen festen 90-Minuten-Rhythmus im Wachzustand sind viel schwächer als für den Schlaf. Sieh 90 Minuten als Obergrenze für tiefe Konzentration, nicht als magische Zahl.
Gut für: Aufsätze, Projekte, Programmieren, Instrument üben.
Weniger gut für: Einsteiger:innen, oder wenn du nach 20 Minuten aufs Handy schaust.
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So findest du deinen Rhythmus in einer Woche
- Tag 1 und 2: 25/5. Zähl, wie viele Blöcke du schaffst.
- Tag 3 und 4: 50/10 (nah an 52/17 und leichter einzustellen).
- Tag 5: ein 90-Minuten-Block für deine schwierigste Aufgabe.
- Wochenende: zurückschauen. Wo hast du am meisten geschafft, und wo warst du am wenigsten erschöpft? Das ist dein Rhythmus.
Du kannst auch mischen: morgens 90 Minuten für den Aufsatz, abends 25/5 für Vokabeln.
Egal was du wählst: Schütze die Pause
Eine Übersichtsarbeit von 2022 über 22 Studien fand: Kurze Pausen (10 Minuten oder weniger) gehen mit mehr Energie und weniger Müdigkeit einher. Die Pause wirkt nur, wenn sie eine echte Pause ist: aufstehen, Wasser trinken, aus dem Fenster schauen. Nicht aufs Handy.
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Quellen: DeskTime: die 52/17-Regel und das Update von 2021 · Fast Company zu 90-Minuten-Zyklen (Kleitman, Ericsson) · Albulescu et al., PLOS ONE 2022.
Pomodoro® und Pomodoro Technique® sind eingetragene Marken von Francesco Cirillo. Pinkoa ist nicht mit der Pomodoro Technique® oder Francesco Cirillo verbunden und wird von ihnen nicht unterstützt.